Skip to Content

Richtig Feedback geben

Der Begriff Feedback beschreibt eine Methode, anderen konstruktiv mit zu teilen, wie man sie sieht (Feedback geben) - oder zu erfahren, wie man gesehen wird (Feedback nehmen). Feedback als Technik ist darauf ausgerichtet, durch bewusste Formulierung der Aussagen eine Beurteilung abzugeben, die sachlich und lösungsorientiert aufgenommen wird. Solche Beurteilungssituationen sind oft heikel, weil es in unserer Gesellschaft unüblich ist, direkte Bewertungen der Handlungen anderer auszudrücken. Das Feedback schafft aber durch seinen formellen Charakter einen geeigneten Rahmen dafür. Nachfolgend werden die Regeln sowohl für das Geben als auch für das Annehmen vorgestellt.

 

Regeln für das Geben von Feedback

 

Ziel der folgenden Regeln ist es, vom Gegenüber möglichst sachlich und konstruktiv verstanden zu werden und Verletzungen zu vermeiden. Um dies erfolgreich umzusetzen sind die folgenden Aspekte hilfreich:

 

  • lösungsorientiert sein, d.h. Verbesserungsvorschläge mitteilen, die das Problem umgehen
  • beschreibend formulieren, also auf bewertende oder interpretierende Aussagen verzichten. Das gilt natürlich auch für Steigerungen wie direktes Meckern oder Beleidigen.
  • konkret formulieren: allgemeine Aussagen vermeiden, statt dessen direkt formulieren, wo man ein Problem oder auch eine sehr gute Lösung beobachtet hat.
  • nicht nur auf Probleme hinweisen: Es ist sinnvoll, auch auf die Aspekte hin zu weisen, die als gut erfahren wurden, um die Kritik in Relation zu setzen. Das ist oft nicht leicht, weil wir eher die Aspekte bewusst wahrnehmen und entsprechend erinnern, die nicht nach unserer Erwartung funktioniert haben. Versuchen Sie es trotzdem - es erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Gegenüber die Kritk auch annimmt.
  • Ich-Aussagen formulieren: Wir wissen nur mit Sicherheit, wie wir persönlich eine Situation wahrgenomen haben, und sollten uns auch entsprechend ausdrücken. Sinnvoll ist es z.B. zu beschreiben, was für eine Wirkung eine Aussage bzw. ein Verhalten der anderen Person auf einen selbst hatte: "Das hatte bei mir die Wirkung..."
  • zwischen Verhalten und Person differenzieren. Gemeint ist hier, Formulierungen zu wählen, die konkret ein Verhalten kritisieren, nicht die Person als Ganzes.
  • mit etwas Positivem beginnen und enden. Durch diesen sozialpsychologischen Kniff können wir Vermeidungsverhalten bei der gefeedbackten Person umgehen. Das führt dazu, dass diese Person das Feedback eher als grundsätzlich wertschätzend wahrnimmt und damit auch eher tatsächlich mit der Kritik beschäftigt.

 

Regeln für das Annehmen von Feedback

Auch die Person, die das Feedback annimmt,  hält sich während der Methode an eine bestimmte Rolle:

  • durch eigene Offenheit zum Feedback animieren. Ganz wichtig ist die Vermeidung von Rechtfertigungen im Sinne von "Das habe ich gemacht weil...". Es geht beim Feedback nicht um Schuldzuweisungen, entsprechend sind auch Rechtfertigungen unnötig. Außerdem ersticken sie den sachlichen Charakter der Methode, was es für die andere Person schwerer macht, ebenfalls sachlich zu bleiben (bzw. Kritik überhaupt anzusprechen).
  • die andere Person ausreden lassen - andernfalls weiß man nicht wirklich, was die andere Person mitteilen möchte.
  • aktiv zuhören.
  • Feedback wirken lassen - nochmals: keine Rechtfertigungen.
  • Unklarheiten sofort klären. Es ist kein Problem, bei inhaltlich unklaren Aussagen noch einmal nachzufragen.
  • dankbar sein für das entgegengebrachte Feedback: Die andere Person hat einem einen Dienst erwiesen, indem sie differenziert auf optimierbare Aspekte hinweist. Sie hat uns dadurch Möglichkeiten aufgezeigt, unser eigenes Verhalten so anzupassen, dass wir unser didaktisches Ziel leichter erreichen können.

Werden diese Regeln beachtet, dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich zu erfahren, was die anderen denken, wesentlich. Dies passiert allein durch den formalisierten Charakter der Methode leichter, der allen Beteiligten verdeutlicht, dass es gerade um sachliche Aussagen geht.