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Seminarmethoden: Auflockerung mit Obstsalat

Bekanntermaßen verfügt unsere Aufmerksamkeits-Spanne über Höhen und Tiefen. Vor allem bei Seminaren über einen längeren Zeitraum ist nach einiger Zeit die Luft raus. Für diese Momente gibt es einige Tricks um die Hirnwindungen wieder in Wallung zu bringen. Man kann das Fenster aufreißen, sich rauslehnen und tief einatmen, man kann ein paar Turnübungen auf dem Weg zur Toilette absolvieren oder man kann gezielt ein paar Auflockerungs-Übungen machen. Die meisten sorgen für ein bischen Bewegung und machen Spaß. Das Obstsalat-Spiel ist so eine Übung und hat sich für uns nach jahrelanger Anwendung als geeignet erwiesen.

 

Beim etwa 10 bis 15 Minuten dauernden Spiel Obstsalat sitzen mindestens 15 TeilnehmerInnen in einem geschlossenen Stuhlkreis. Die Seminarleitung steht ohne Stuhl in der Mitte, während die TeilnehmerInnen auf den Stühlen ihren Blick zur Mitte richten. Die Seminarleitung erklärt das Spiel, indem sie nacheinander Namen von Früchten an die TeilnehmerInnen verteilt. Optional kann sie auch eine TeilnehmerIn fragen „Welches Obst isst du denn am liebsten? Nenn uns doch mal deine Lieblingsfrucht.“ Nachdem eine Frucht genannt wurde wird der/die NachbarIn gefragt und sollte eine andere Frucht nennen als die davor. Dann geht es reihum wie beim klassichen Abzählen. Wenn also beispielsweise 'Banane, Apfel, Birne, Mango, Kiwi' genannt wurden benennt die Spielleitung jede weitere Person mit einer der Früchte. Ausgehend von 25 TeilnehmerInnen haben wir dann zum Beispiel 5 Bananen, 5 Äpfel, 5 Birnen, 5 Mangos und 5 Kiwis.

Wenn allen TeilnehmerInnen eine Frucht zugeordnet wurde, beginnt das Spiel. Die Spielleitung ruft z.B. in die Runde: „Kiwis“, dann müssen alle Kiwis schnell aufstehen und sich einen neuen Platz suchen. Die Spielleitung versucht jetzt auch schnell einen Stuhl zu ergattern. Wer übrig bleibt und keinen Stuhl erhaschen konnte, wird zum Spielleiter der nächsten Runde.

Es ist auch möglich, mehrere Obstsorten auf einmal zu rufen oder ganz einfach „Obstsalat“, dann müssen alle SpielerInnen sich einen neuen Platz suchen.

 

Es ist sinnvoll auf die Bedingung hinzuweisen, dass die SpielerInnen sich nicht einfach auf einen Nachbarstuhl setzen dürfen, sondern durch die Kreismitte laufen oder mindestens den übernächsten Stuhl nehmen sollten, sonst ist es zu einfach.

Lustige und interessante Varianten des Spiels ist die Einführung von neuen Aufforderungen: „Es wechseln alle die Plätze, die keine Brille tragen ... die im letzten Quartal des Jahres Geburtstag haben... die BWL studieren... die Morgenmuffel sind... die schonmal auf Demos waren... usw.“

Wenn sich die Gruppe vertrauter ist, können auch Geschehnisse genannt werden wie „... die momentan verliebt sind..., die regelmäßig wählen gehen..., die rote Unterwäsche tragen... etc.“ Die Gruppe sollte sich aber mit dem „Outing“ noch wohl fühlen.

 

Diese Methode ist sehr dynamisch, es wird gelaufen, man muss sich anstrengen, und unvermeidlich kommt es dabei auch zu Körperkontakt. Aus diesem Grund ist sie nicht für alle Gruppen geeignet, wir konnten aber vor allem mit SchülerInnen und jüngeren Menschen aus dem sozialen Bereich gute Erfahrungen sammeln.


Ein sicherheitstechnischer Hinweis noch: Bittet achten Sie darauf, dass wertvolle und gefährliche Gegenständevorher in Sicherheit gebracht werden und die TeilnehmerInnen sich ihre Schuhe zugebunden haben.