Seminarmethoden: Die Kennenlernmethode Krokodilspiel
Im Folgenden wird eine Methode vorgestellt, die sich aufgrund ihrer spielerischen Natur hauptsächlich für Bildungs-Veranstaltungen mit Schulklassen oder Kinder- und Jugendgruppen eignet.
Das Krokodilspiel ist ein sehr bewegungsfreudiges und dynamisches Einstiegsspiel. Wir nutzen das Spiel bei Projekttagen in Schulklassen immer wieder gerne, da es in der Regel sehr gut funktioniert und sich eine oftmals lockere Atmosphäre erreichen lässt.
Für das Spiel sollten die TeilnehmerInnen in einem offenen Halbkreis sitzen. Nun kann die Spielleitung ohne Vorwarnung einfach anfangen: „Bitte zieht mal eure Schuhe aus.“ Wenn es hier Widerstände gibt, kann man darauf hinweisen, dass sie sich gleich auf die Stühle stellen sollen, das bringt meistens den gewünschten Effekt, da sie dann wissen, weshalb die Schuhe ausgezogen werden sollen.
Wenn alle TeilnehmerInnen ihre Schuhe ausgezogen haben sollen sie sie einfach kreuz und quer in die Mitte des Stuhlkreises stellen, legen oder werfen. Es entsteht ein bunter Schuhhaufen. Die TeilnehmerInnen werden gebeten sich auf ihren Stuhl zu stellen, dann beginnt die Reise: „Stellt euch vor, ihr seit gemeinsam als Reisegruppe unterwegs durch den Brasilianischen Regenwald. Ihr entdeckt seltene Tiere und hört gespannt auf jedes Geräusch. Nun kommt ihr an eine wackelige Hängebrücke, die über den Amazonas führt. Im Wasser unten befinden sich viele hungrige Krokodile (welche die Schuhe repräsentieren auf die die Seminarleitung beim erzählen zeigen kann), die nur darauf warten, dass jemand aus der Reisegruppe ins Wasser fällt.
Über die Hängebrücke kommt ihr leider nur auf eine ganz bestimmte Art und Weise. Und zwar müsst ihr euch der Reihe nach ordnen und dürft dabei kein Wort sprechen.“ Nach welchem Prinzip sie sich ordnen, kann sich die Spielleitung überlegen: Beispielsweise in alphabetischer Reihenfolge der Vornamen (Buchstabe für Buchstabe; bei gleichem Vornamen wird dann der Nachname herangezogen). Die Person mit einem 'A' als Anfangsbuchstabe schlängelt sich also bis zum ersten Stuhl, eine 'B'-Person daneben und so weiter. Andere denkbare Varianten sind zum Beispiel Körpergröße, Geburtsdatum, Schuhgröße etc.. Da wir aber zu Beginn eines Seminars das Spiel zugleich als Kennenlernspiel nutzen, ist der Vorname natürlich am geeignetsten.